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Lokdepot Koblenz

Heimatschutzpreis

Aargauer Heimatschutzpreis 2007

Das Lokdepot Koblenz

Die Depotbauten stammen aus der Gründerzeit der Eisenbahn im Kanton Aargau. Das Lokomotivdepot mit zwei gedeckten und zwei weiteren Gleisen enthielt auch Ruhezimmer für die Übernachtungen. Zeitweise waren hier Lokomotivführer aus Zürich, Bülach und Brugg untergebracht. Sie hatten am Abend den letzten und am Morgen den ersten Zug zu bedienen. Der in Koblenz stationierte Depotwärter übernahm dabei die Pflege der Dampfloks und beaufsichtige diese während der Nacht. Nach dem ersten Weltkrieg wurde die Lokremise um zwei Gleise erweitert und auch eine Wagenremise wurde realisiert. Der zum damaligen Dampfbetrieb passende Wasserkran ist allerdings abgebrochen worden. Die Lokomotivremise in Koblenz hat ihre historische Bedeutung auch im und nach dem zweiten Weltkrieg nicht verloren, sondern wurde zur Unterbringung der Dampfrosse benutzt.

Mit der Elektrifikation der ersten Strecken wurde der Fahrdraht auch in die Depotgleise gezogen. Fortan übernachteten neben den Dampfloks auch elektrische Streckenlokomotiven.

Im Jahr 1945 wurde sogar in Erwägung gezogen, das bestehende Lokdepot durch einen Neubau mit Werkstatt zu ersetzen. Das Projekt wurde allerdings nie realisiert. Übrig geblieben ist lediglich das Plangut für die Projektausarbeitung.

In den achtziger Jahren wurde das Depot hauptsächlich für die Unterbringung von Baudienstfahrzeugen genutzt. Auch wurden ausrangierte und verkaufte Dampflokomotiven in den Depotgleisen eingestellt. Sogar eine deutsche Güterzugs-Dampflokomotive wurde im Lokdepot Koblenz unter Dach gestellt. Sie wartete über drei Wochen auf Ihre Weiterfahrt zum neuen Besitzer. Bereits zu dieser Zeit wurden keine Lokomotiven des Regelbetriebes mehr im Depot eingestellt und es übernachtete auch kein Lokomotivpersonal in den Nächtigungszimmern im Wirtschaftsteil.

Beim Sturm „Lothar“ im Jahre 1999 wurde das Lokdepot Koblenz in Mitleidenschaft gezogen. An diesem Tag wurden weite Teile des Daches und die Tore beschädigt.

Die anstehende Reparatur wurde im Hinblick auf einen späteren Abbruch nicht mehr ausgeführt. Fortwährend nagte der Zahn der Zeit am Lokdepot und der Zustand verschlechterte sich zusehends. Im Jahr 2004 wurde dann durch die Schweizerischen Bundesbahnen das Gesuch für den Abbruch aufgelegt. Nach Zustimmung aller kantonalen und regionalen Behörden wurde der Abbruch auf den Herbst 2005 angesetzt. Bereits im Sommer wurden teilweise das Dach und die Bodenbeläge entfernt.

In letzter Minute schaltete sich die interne Fachstelle für Denkmalpflege der SBB ein und stoppte den weiteren Abbruch. Man hatte im letzten Moment festgestellt, dass es sich beim Lokdepot Koblenz um die einzige Lokremise in Fachwerkbauart handelt und zudem wurde erkannt, dass es die zweitälteste Remise der Schweiz ist.


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