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Draisinen Sammlung Fricktal

Heimatschutzpreis

Aargauer Heimatschutzpreis 2007

Die Draisinen Sammlung Fricktal

Woher kommt eigentlich kommt der Name Draisinen Sammlung Fricktal und hauptsächlich der Begriff Draisine? Wir können ihnen helfen, denn Draisinen sind diese kleinen urchigen Eisenbahnvehikel, welche mit Muskelkraft und mittels einer Pumpenbewegung in Fahrt gebracht werden.

Angefangen hat alles schon im 18. Jahrhundert mit Forstmeister Freiherr Karl Friedrich Drais von Sauerbronn (1785-1851) aus Baden, denn er war im Stande, das heute etwas abgewandelte Fahrrad zu erdenken und zu konstruieren. In den Frühzeiten noch Tret- oder Schieberad genannt, denn man musste sich mit den Füssen vom Boden abstossen, bekam es bald den Namen „Draisine”, gemäss dem Erfinder.

Zur gleichen Zeit wurden die einfachen Schienenfahrzeuge entwickelt. Diese Art der Handhebel-Draisine kennen Sie auch heute noch aus Darstellungen oder Filmen. In diversen Grössen, unterschiedlichen Komfortstufen und verschiedenen Kraftübertragungen wurden die vielseitigsten Draisinen entwickelt und gebaut.

Anfang des 19. Jahrhunderts wurde die einfache Motor-Draisine entwickelt. Zuerst bot sie wenig Platz für Leute und Gerät, war ohne Dach und Schutz für den Fahrer, doch die steigende Nachfrage nach Inspektionsfahrzeugen mit Motorantrieb verdrängte weitgehendst die mit Muskelkraft betriebenen Fahrzeuge, so dass auch die Ausstattung und Grösse der Draisinen stetig zunahm. Die Verdrängung durch immer stärkere Dieselloks ab 1950 hatte natürlich auch eine baldige Ausmusterung bzw. Verschrottung zur Folge, sodass wir heute noch froh sein müssen, dass noch so viele Fahrzeuge vorhanden sind. Die letzten Draisinen der SBB wurden 1987 ausgemustert.


Mit der Übernahme von zwei SBB-Draisinen, welche durch SBB-Angestellte vor der Verschrottung bewahrt wurden, begann die Geschichte der Draisinen Sammlung Fricktal (DSF) im Jahre 1995. Nach den Revisionen der Fahrzeuge und den ersten Fahrten an verschiedenen Bahnhoffesten weckten die Schienenzwerge die Aufmerksamkeit von weiteren Eisenbahnern und Eisenbahnfreunden und es formierte sich bald eine Gruppe von Draisinenfreunden. Im Jahre 1996 wurde aufgrund der gestiegenen Anzahl Fahrzeuge und Mitglieder die Interessengemeinschaft (IG) Draisinen Sammlung Fricktal gegründet.

In der Werkhalle in Laufenburg werden hauptsächlich Draisinen mit den Baujahren 1892 bis 1958 der schweizerischen Eisenbahnen gezeigt. In der Zwischenzeit sind auch verschiedene interessante Fahrzeuge von ausländischen Bahnen dazugekommen. Die DSF widmet sich im Eisenbahnsektor hauptsächlich den Nischenprodukten, welche von anderen Museen und Vereinen nur am Rande gestreift werden. Dazu gehören zum Beispiel auch eine der grössten Sammlungen von SBB Rechnungsmaschinen und Alltagsgegenständen, wie Geldzählmaschinen, Fahrplanautomaten etc., welche früher zu einem Billettschalter am Bahnhof gehörten. Darunter fallen auch Personenwaagen und spezielle Warenautomaten, an welchen von Fahrplänen, Süssigkeiten bis zu hygienischen Toilettenartikel ausgegeben wurden.

Im Jahre 2006 wurde dann aus der Interessengemeinschaft der Verein DSF gegründet. Die Sammlung wird heute der interessierten Öffentlichkeit in Laufenburg, mittels einem Museum, zugänglich gemacht, in welchem bei Führungen die Geschichte und der Betrieb der Draisinen mit Vorführungen und Fahrten lebendig dargestellt wird.

Mit der Übernahme des Lokdepots Koblenz wird im Buch der DSF eine neue entscheidende Seite aufgeschlagen. Nach der Sanierung und Renovierung soll dann am zukünftigen Standort ein lebendiges Museum mit einzigartigen Fahrzeugen und Ausstellungsgegenständen entstehen.


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